"Sprache entstand, um arterhaltende soziale Bindungen herzustellen. Sie diente dazu, soziale Intelligenz zu fördern und die Überlebensmöglichkeiten der Spezies Mensch zu verbessern".
Gerda Weiler in: Der aufrechte Gang der Menschenfrau, 1994
Gerda-Weiler-Stiftung e.V. für feministische Frauenforschung

Rundbrief Nr. 01/April 2018
des Fördervereins Gerda-Weiler-Stiftung e.V., 53894 Mechernich

Gudrun Nositschka, Vorsitzende, Email: gudno(at)web.de, Tel.: 02256/7286

„Im Umgang mit anderen Frauen und Männern macht es einen gewaltigen Unterschied, ob wir einander ausschließlich als patriarchalisierte weibliche Wesen begegnen, die sich im Kampf um männliche Anerkennung und Macht aufreiben und sich dabei schlimmstenfalls als feindliche Rivalinnen verstehen, oder ob wir uns zusätzlich in einer frauenorientierten Tradition verorten können, die unsere gemeinsame Stärke zur Voraussetzung hat.“
(Christa Mulack in: Die Wurzeln weiblicher Macht, München 1996, S. 279)


Die tanzenden Frauen von Gönnersdorf, ca. 15.000 Jahre alt.


Sonntag, den 22. April 2018  (bei zunehmendem Mond)    

Guten Tag und Holla - Hallo,
liebe Mitfrauen, Förderinnen und Förderer sowie Sympathieträgerinnen,
ein herzliches Willkommen zum 1. Informationsbrief im Jahr 2018

Was Sie/ihr in diesem Brief vorfinden/vorfindet:

  1. Ankündigung unserer JV 2018 mit dem „Besonderen Vortag“
    Ehrung von Christa Mulack mit dem Marga-Mayer-Gedächtnispreis für ihr Lebenswerk am 29. Sept. in Mainz.
  2. „Die Sprache der Befreiung“Eine Forschungsarbeit und noch mehr, gefördert von der Gerda- Weiler- Stiftung dank eurer/Ihrer Spenden.
  3. Unsere Bitte um Spenden im Blau des Frühlingsbands


  4. Göttinnen der Liebe – Hamburger Hafenwelt weiblich – Weltlabyrinth-Tag – Neoli- thische Wandmalereien vom Bodensee – Luftgöttinnen – … stets nur Zierde? – Stark durch Vernetzung – Along the way to Heimat – Frauenarbeit 6.0 – Freundinnen        
    Ausstellungen, Führungen, Begegnungen, Seminare in Bonn, Hamburg, Köln, Leipzig, Tübingen, Wien, Wiesbaden, Zülpich und Zürich
     
  5. Netzwerke knüpfen - Relikte des Patriarchats - „Was tun?“
  6. Sich erinnern: Verena Stefan (3. 10. 1947 – 29. 11. 2017)
  7. Glückwünsche:
    Christel Göttert - musica femina münchen - medica  mondiale - MATHILDE

„Der Glaube an die Heiligkeit von Leben spendendem Wasser an Quellen und Brunnen existiert seit vorgeschichtlicher Zeit bis in unser Jahrhundert… Die Mythen um Brunnen und warme Quellen lassen sich nicht vom Kult der Leben spendenden Göttin trennen“. Marija Gimbutas >Die Sprache der Göttin<, 1995, S. 43 zitiert von  Doris Wolf in: Das Wunderbare Vermächtnis der Steinzeit, 2017. S. 166      

 

Zu 1.
Ankündigung unserer JV 2018 mit dem „Besonderen Vortag“ – Ehrung von Christa Mulack mit dem Marga-Mayer-Gedächtnispreis für ihr Lebenswerk am 29. Sept. in Mainz. Unsere JV und die Ehrung finden am 29. und 30. Sept. im Erbacher Hof statt. Ich bitte jetzt schon um Anmeldungen für die Übernachtungen – EZ pro Nacht incl. Frühstück 69,50€, im DZ pro Person 45€. Das Programm wird mit dem 2. Rundbrief verschickt. Mit Christa befreundete Frauen können gerne bei der Feier mit Beiträgen mitwirken. Ich bitte dafür um eure Ideen/Anrufe. Die Laudatio wird Siegrun Laurent halten.


Zu 2.
„Die Sprache der Befreiung“ - eine Forschungsarbeit und noch mehr gefördert von der Gerda- Weiler- Stiftung dank eurer/Ihrer Spenden.

  1. Cover Die Sprache der Befreiung

    Die Sprache der Befreiung – Frauenbewegung im postkolonialen Frankreich von Aline Oloff, Trancript Verlag, Bielefeld, 2018, 240 S., 24,99 €.

    „(Es) wird betont dass Rassismus und Sexismus auf den ‚gleichen mentalen Strukturen’ basieren würden – was der Antirassismus endlich anerkennen solle. Es wird davon gesprochen, das Rassismus Ausdruck der Missachtung des Anderen sei, Sexismus Ausdruck der Missachtung von Frauen – und dass man beides bekämpfen müsse. In beiden Fällen würden physische Merkmale zu Zeichen von Minderwertigkeit gemacht.“ S. 205 
     






  2. Cover Virginia Frauenbuchkritik Ausgabe 62Frauen Buch Kritik – Virginia – Nr. 62/ Frühjahr 2018 mit einem Nachruf zum Tod von Verena Stefan (s. auch unter Punkt 5)  und wieder vielen Buchbesprechungen von Frauen sowie unserer fördernden Anzeige.










  3. Jubiläumskonzert – 30 Jahre musica femina münchen – Siehe auch unter 6. Matinee mit Werken von 10 Komponistinnen (die Komponistinnen sind anwesend) am
    Sonntag, den 29. April um 11 Uhr, Black Box im Gasteig, Rosenheimer Str. 5, München 

Unsere Bitte um Spenden im Blau des Frühlingsbands ☺ 
Nur dank Spenden wird feministische/matriarchale Frauenforschung sichtbar.
In 2017 wurden unsere Förderungszusagen für 16 Werke und/oder  Projekte abgerufen.

 

Zu 3.
Göttinnen der Liebe – Hamburgs Hafenwelt weiblich – Weltlabyrinth-Tag – Neolithische Wandmalereien vom Bodensee – Luftgöttinnen – … stets nur Zierde? – Stark durch Vernetzung – Along the way to Heimat – Frauenarbeit 6.0 – Freundinnen       
Ausstellungen, Führungen, Begegnungen, Seminare in Bonn, Charlottenberg, Hamburg, Köln, Leipzig, Tübingen, Wien, Wiesbaden, Zülpich und Zürich

  1. Along the way to Heimat - Eine Ausstellung von Cambra Skadé im  Frauenmuseum Wiesbaden bis zum 22. Juli 2018. Eröffnung am 13. Mai, 12 Uhr. Wörthstr. 5, 65185 Wiesbaden, Tel.: 0611 – 308 17 63, www.frauenmuseum-wiesbaden.de  

  2. Göttinnen der Liebe – Im Raum für Göttinnenkultur bieten Vera Zingsem und Renate Richter- Heer (Harfe) am Freya – Tag, den 4. Mai um 19.30 h an, mit ihnen die Göttinnen der Liebe „INANNA – ISHTAR – ISIS – APHRODITE – VENUS – FREYA“ zu feiern. Anmeldung bei Vera Zingsem: verazingsem@gmx.de, Tel.: 07071/83981; Beitrag 15€

  3. „Freundinnen – von romantischen Salons zu Netzwerken von heute“ – Ausstellung noch bis zum 16. Sept. 2018 im Frauenmuseum Bonn, Im Krausfeld 10, www.frauenmuseum.de , Tel.: 0228 – 69 13 44, geöffnet Di -Sa 14-18 Uhr, So 11-18 Uhr

  4. Hamburgs Hafenwelt weiblich – Elb-Spaziergang durch die Open Air-Galerie mit Elisabeth von Dücker am Do., den 10. Mai, von 13 – 14,30 Uhr im Rahmen Hafengeburtstag Treffpunkt: Große Elbstraße 132, vor der Seemannsmission. (Bus 111, Stopp Sandberg)
    Rundgang für Frauen und Männer. Für Rollis geeignet. Kosten:5€/3€ (fürs Galerieprojekt)

  5. Welt – Labyrinth – Tag. Am ersten Samstag im Mai um 13 h Ortszeit, versammeln sich Menschen rund um den Globus in einem Labyrinth ihrer Wahl und feiern die Verbunden-heit mit der Erde, auf der sie leben und die sie mit anderen teilen. Der Labyrinthplatz Zürich lädt dazu am Sa. den 5. Mai um 13 Uhr im Zeughaushof herzlich ein. Am Sa., den 30. Juni ist von 15 – 17 Uhr das Thema „Wirtschaft ist Care – sich selbst und einander befragen zur eigenen Care-Biographie. Mit Caroline Krüger und Gaby Belz (WIC)  

  6. 4- Göttinnenkonferenz  zum Thema: Luftgöttinnen vom Do. 31. Mai – Sa. 2. Juni in 1140 Wien, Schloss Laudon, Mauerbachstr. 43, (Bahnhof Hadersdorf). Siegrun Laurent hält u.a. einen Vortrag: „Brauche ich die Göttin“? Es werden zahlreiche Workshops angeboten u.a. Der Sehnsucht Flügel geben. Mehr Infos: goettinnenkonferenz@gmail.com  

  7. Neolithische Wandmalereien vom Bodensee – Thementag in 8090 Zürich am Sa. den 26. Mai von 9.30 bis 16,30 Uhr in der Pädagogischen Hochschule Zürich, Lagerstr./Europaallee, mit Tram 3 oder 14, Bus 31 bis Haltestelle „Sihlpost“.Die Sensationsfunde werden in Referaten und Gesprächen mit Helmuth Schlichtherle, Heide Göttner- Abendroth und Kurt Derungs aus archäologischer, gesellschaftlicher und landschaftsmy-thologischer Sicht beleuchten. Infos: Christina Schlatter, www.matriarchiv.info  

  8. …stets nur Zierde? Komponistinnen der Romantik auf der Schumanniade 2018
    Die Sopranistin Miriam Alexandra singt auf Einladung von Peter Schreier im Alten Rathaus 04109 Leipzig, Markt 1, am 23. Juni Lieder der Komponistinnen Fanny Hensel, Clara Schumann und Pauline Viadot. Weitere Mitwirkende: Leipziger Kammerchor und Andreas Reuter – Klavier und Leitung. Eintritt 9/5€, Kinder bis 18 Jahre frei.

  9. Stark durch Vernetzung: Die Macht von (weiblichen) Netzwerken. Ein Seminar vom 20. bis 22. Juli mit der Referentin Johannah Illgner zum Aktionspreis von 140€ incl. Ü/V. im Frauenbildungs- und Tagungshaus Zülpich. Tel.: 02252-6577 am Mo bis So..10.00 bis 13.30 www.frauenbildungshaus-zuelpich.de, Prälat-Franken-Str. 22, 53909 Zülpich-Lövenich.
  10. Frauenarbeit 6.0 – Die Fraueninitiative 04 e.V. lädt zur bundesweiten Frauentagung am 24. und 25. August nach Köln ein. Tagungsort: IN VIA, Stolzestr. 1a, 50674 Köln. Die Tagung beginnt abends um 18. 30 Uhr mit der „Frauenhistorischen Rheinfahrt mit Irene Franken vom Frauengeschichtsverein Köln. Referentinnen am Samstag: Irene Franken, Helga Daniels, Ingrid Strobel, Marlis Bredehorst. Beim Erfahrungspodium wirken mit: Maria Zemp, Margo Avant, Renate Baum, Lisa Frohn, Vera Ruhrus, Cornelia Sperling, Sabine Zoske. Bodypercussion: Dircas Mallare. Weitere Infos und Anmeldung: Angelika Schwarz, Tel.: 02235 – 77131, anmeldung@fraueninitiative04.de  


Zu 4.

  1. Netzwerke knüpfendenn gemeinsam sind wir Frauen stärker                  
    Dieses und noch viel mehr zu lesen in der aktuellen MATHILDE, das nicht kommerzielle Frauenmagazin aus Darmstadt, Heft 152, Ausgabe März/April 2018 für nur 2,80€, Tel.: 06151/5995741, www.mathilde-frauenzeitung.de  Siehe bitte auch Punkt 6.

  2. Relikte des Patriarchats – Eine Analyse zum Urteil des BGH im Formularstreit von Claudia Lehnen im KSTA am 14. März 2018. Ich danke für die Genehmigung der Autorin und des DuMont Content Centers, diesen Beitrag auf unserer Webseite zu setzen. „Was als Sprachtradition ausgegeben wird, ist nichts anders als das Relikt einer überholt ge-glaubten Gesellschaftsform: des Patriarchats…Sprache verändert oder manifestiert die Wirklichkeit. Sie ist keine Nebensache.“

  3. „Was tun?“ fragt Claudia v. Werlhof im 13. Info – Brief des Monats April (nur online) des PBME zu der Meldung: Geschwächte Ozonschicht lässt kosmische Strahlung durch! Ihre ausführlichen Antworten sind zu lesen auf www.pbme-online.org

 

Zu 5.
Sich erinnern
: Verena Stefan (3. 10. 1947 – 29. 11. 2017)
Wir erinnern an Verena Stefan, die voriges Jahr im Alter von 70 Jahren in Kanada starb. Bekannt wurde sie vielen Frauen mit ihrem Buch „Häutungen“. Unbekannt waren mir ihre Gedichte zu der Zeit der Alten Ordnung, der Zeit der Göttin, veröffentlicht im Verlag Frauenoffensive 1980 „mit Füssen mit Flügeln“. Eines davon las die Journalistin Monika Mengel auf einem Treffen in der Eifel zum Gedenken:

Mutter Stein
Zerfallen sind meine Tempel/ abgeschlagene Dächer./ Innenhöfe zum Himmel offen/ den Witterungen preisgegeben/ der Alten Ordnung entrissen/ schweigend/ die Alte Ordnung bewahrend.
Stein/ grosse Steine/ In Stein habe ich überdauert./ Einzeln ragen meine Gebeine auf/ nicht zerstört nicht eingestürzt/ stand gehalten.
Damals wart ihr Priesterinnen/ Fünfzig in einem Kreis/Ihr lebtet zusammen/ Und lange Zeit wart Ihr euch/ Einig.

er kam in Horden/ er kam ungewaschen/ er stürmte über die Schwelle/ er drang ins Innere ein.

Ihr wisst nichts mehr./ In Uneinigkeit lebt Ihr seitdem und Zerstörung/ und wisst nicht wie es dazu kommen konnte./ Ich warte auf Euch so fern/ wie Ihr mich haltet/
Bücher lest Ihr um von mir zu erfahren/ Erinnern müsst Ihr Euch   erinnern
Nichts Wichtigeres habt Ihr jetzt zu tun
Ich warte auf Euch so fern/ wie Ihr mich haltet. Ich bin gross/ Ich war immer/
Hundert Tausend Jahre oder fünf Millionen/ Meine Zeit/ Stein Zeit/ Frauen Zeit/
Immer war meine Zeit/ Immer war Stein Zeit/ Immer war Frauen Zeit 
   
 
„Werft die Scheuklappen/Geistesbandagen ab. Greift nach den Sternen!“
                                                                                                  (Mary Daly, 1928 - 2010)

Zu 6.
Glückwünsche: 

  1. Wir beglückwünschen die Verlegerin Christel Göttert, der am 20. Februar 2018 den Kulturpreis des Kreises Groß-Gerau verliehen wurde. Sie hat uns gerne die Laudatio, gehalten von Prof. Dr. Wolfgang Schneider, und ihre Dankesrede zur Verfügung gestellt. Ich zitiere aus der Laudatio: „Christel Göttert spricht nicht von der Vorgeschichte unseres Seins, sondern von der Frühgeschichte – und die wurde von Frauen geschrieben. Es wurde Zeit, dass sie in ganz unterschiedlichen Veröffentlichungen Verbreitung finden: In interdiszipli-nären Matriarchatsforschungen, in der Frauengeschichtsschreibung, in Biografien von Frauen, in Büchern der Spiritualität, der Naturheilkunde und der Mythologie“.
  2. Wir gratulieren musica femina münchen zu 30 Jahren Einsatz, damit die Werke von Komponistinnen in der Öffentlichkeit bekannt und zugänglich geworden sind ☺
  3. Wir bewundern die unermüdliche Arbeit der Frauen in medica mondiale, die seit 25 Jahren die Traumatisierung von Frauen durch sexualisierte Kriegsgewalt öffentlich machen und Frauen helfen, ihre Würde wieder zu finden. „Sexualisierte Gewalt ist gesellschaftlich bedingt und somit auch veränderbar. Wir alle können uns einsetzen für die Würde von Frauen und Mädchen – für unsere eigene Würde…“ (Monika Hauser)  ☺
  4. Die „wunderbare MATHILDE“: Ihre Macherinnen und Gestalterinnen wurden am 18. Dez. 2017 mit der bronzenen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt geehrt. Herzlichen Glückwunsch und bitte weiter machen ☺

Das Gebot der Nächstenliebe müßte daher lauten: „Liebe deine Nächste wie dich selbst“. Schließlich ist das weibliche Geschlecht ein Liebespool, aus dem beide Geschlechter schöpfen und der folglich das schöpferische Potential einer Kultur ist“.
 
(Christa Mulack in „… und wieder fühle ich mich schuldig“, Stuttgart 1994.

Ich wünsche euch/Ihnen eine schöne Maienzeit, ein lustiges und zugleich gedankenreiches Beltene Fest 
                          

Herzliche Grüße                         Gudrun Nositschka

 

Rundbrief April 2018 (pdf)

 

Frühling blaue Blumen