"Sprache entstand, um arterhaltende soziale Bindungen herzustellen. Sie diente dazu, soziale Intelligenz zu fördern und die Überlebensmöglichkeiten der Spezies Mensch zu verbessern".
Gerda Weiler in: Der aufrechte Gang der Menschenfrau, 1994
Gerda-Weiler-Stiftung e.V. für feministische Frauenforschung

Rundbrief Nr. 01/Dezember 2014
des Fördervereins Gerda-Weiler-Stiftung e.V., 53894 Mechernich

Gudrun Nositschka, Vorsitzende, Email: gudno(at)web.de, Tel.: 02256/7286

Deswegen ist mir das Bewusstsein des Feminismus so wichtig, weil es anders als eine Bewegung in das Beliebige, das selbstbestimmte Leben der Frauen, auch anderswo, immer zum Maßstab einer Freiheit von Konventionen und Gewalt ernst nimmt, auch gegen die Mehrheit“. Halina Bendkowski am 28. 10. 2014 zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Alexandra Goy im Verborgenen Museum, Berlin.

Donnerstag, den 18. Dez. 2014 – Aktualisierter Rundbrief vom 17. Nov. 2014

Guten Tag und Holla - Hallo,
liebe Mitfrauen, Förderinnen und Förderer sowie Sympathieträgerinnen,
ein herzliches Willkommen zum 3. Informationsbrief im Jahr 2014

Was Sie/ihr in diesem Brief vorfinden/vorfindet:

  1. Besondere Tage in BlaubeurenSingen im Hohle Fels – Ehrung von Christel Göttert -
    Ergebnisse unserer Jahresversammlung – drei Rückblicke
  2. „Es war wohl ein anderer Stern, auf dem wir lebten …“sechs Forschungsarbeiten,
    Projekte, Filme gefördert von der Gerda-Weiler- Stiftung dank eurer/Ihrer Spenden.
    Unsere Bitte um Spenden im Abendrot des Winterhimmels
  3. Heilige Weibsbilder – Bethel in der NS-Zeit - Die Blaue Reiterin – Von Isis bis Ursula
    – STOP SEXKAUF – Kerzenlabyrinth – Wendepunkte – Die Wilde Frau -
    Frau Holle Fest.
    Bücher, Ausstellungen, Führung, Kongress, Zeitschrift Mathilde,
    Singen, Bonn, Köln, Wiesbaden, München und im Nordschwarzwald.
  4. Wir gratulieren: Marianne Pitzen, Alexandra Goy, dem frauen museum wiesbaden,  
    Birgit Sommer zusammen mit dem Labyrinthverein Euskirchen

„Jeder Anlass, das emanzipatorische Gedächtnis wach zu halten, ist ein Gewinn für die politische Bildung“.  Halina Bendkowski, Fembio e.V., 2014

 

Zu 1. Besondere Tage in Blaubeuren – Singen im Hohle Fels – Ehrung von Christel Göttert
- Ergebnisse unserer Jahresversammlung – drei Eindrücke

  1. Singen im Hohle Fels zu Ehren der Frau vom Hohle Fels: Erfüllt mit Eindrücken vom Besuch des Heilehaus mit Ursa Illgen oder dem Weg zum Geißenklösterle mit Regina Golke
    und Nicola Poppe sowie durch die Schatzfunde der Region im Urgeschichtlichen Museum u.a. mit Flöten und der Frau vom Hohle Fels, erfüllten wir nun selber die bizarre Höhle vom Hohle Fels mit unserem Gesang, geleitet von Regina und Nicola. Ein mich beeindruckendes Klangerlebnis. Beeindruckend auch die vielen strahlenden Augen danach. Danke. JJ
  2. Ehrung von Christel Göttert mit dem Marga-Mayer-Gedenkpreis
        
    Zum ersten Mal vergab unsere Stiftung diesen Preis. Alles war so neu. Wie den Festakt ge-stalten? Mit einem stimmungsvollen Auftakt mit Musik und Gesang leiteten uns die Arkuna Frauen Rosemarie Kirschmann und Christa Bosler in den Festsaal hinein, wo wir in zwei sichelförmigen Kreisen stehend noch weitere Frauen hinein riefen, dabei zu sein. Danke. :-)

    „Das
    Anliegen und die Fähigkeit zum Ausgleich zieht sich wie ein roter Faden durch Christels ganzes Leben bis hin zur Mitgründung der Onlinezeitschrift beziehungsweise-weiterdenken 2007, deren Hauptanliegen es ja war und ist, verschiedene Stränge und Richtungen der Frauenbewegung, die damals überhaupt nicht mehr miteinander redeten und sich teilweise sogar gegenseitig abqualifizierten, wieder ins Gespräch miteinander zu bringen“.
     Aus der Laudatio von Dorothee Markert. Danke. Laudatio als PDF 

    Aus dem Text der Verleihungsurkunde für Christel Göttert:
    … und darum brauchen wir Frauen wie Christel Göttert die mit ihrem Verlag Frauen eine Stimme verleiht. In Dankbarkeit und Anerkennung ihrer langjährigen und unerschrockenen Arbeit verleiht ihr die Gerda-Weiler-Stiftung für feministische Frauenforschung e.V. den Marga – Mayer – Gedenkpreis  Urkunde mit dem vollständigen Text als PDF 
     
    Auszug aus der Dankesrede:
    „In den 80er-Jahren haben wir vieles ganz neu gedacht, wie es Erika Wisselinck beschrieb, und manche Ziele erreichen können, vor allem deshalb, weil wir dank der Denkerinnen, die uns so viele Fenster aufgestoßen haben, unser Begehren entdeckten und die Gesellschaft damit völlig überrascht wurde… Nehmen wir unsere gesammelte Erfahrung und treten dafür ein, dass die Belange der Frauen die Normalität bestimmen und dieser Blickwinkel auf allen gesellschaftlichen Feldern betrachtet wird…
    Eine ganz besondere Ehrung empfinde ich aber auch für die Gerda-Weiler-Stiftung selbst, die mit der Verleihung eines Preises sich ihrer Autorität bewusst ist, Wertschätzung für die Gesellschaft zu prägen“.
    Dankesrede von Christel Göttert als PDF
  3. Ergebnisse unserer Jahresversammlung
    Auf der JV trugen wir Vorschläge für das Thema der Tagung in 2015 zusammen, die im Vorstand abgestimmt wurden. Das übergreifende Thema wird sein: Folgen der Lehre der Erbsünde (incl. patriarchale Eheformen), kombiniert mit der Bedeutung der sog. Leihmutter-schaft und aktuell „social freezing“ sowie eines neuen Gemeinwohlspektrums ggf. auch matriarchale Wirtschafts- und Wohnformen. Die Festlegung eines Termins im Herbst sowie Überlegungen zum Tagungsort und Referentinnen liegt noch vor uns.
    Das Protokoll wird auf Anfrage an Personen im Postverteiler verschickt.

Zu 2. Es war wohl ein anderer Stern, auf dem wir lebten …“
sechs Forschungsarbeiten Projekte, Filme gefördert von der Gerda-Weiler- Stiftung dank eurer/Ihrer Spenden.

 

  1. Cover Heie Göttner-Abendroth Matriarchale Landschaftsmythologie„Matriarchale Landschaftsmythologie – Von der Ostsee bis Süddeutschland“ von Heide Göttner-Abendroth, Stuttgart 2014, 352 S. mit zahlr. sw. Abb. und Lageskizzen, 29,99€ u.a. mit Beiträgen zu „Der Strom der Frau Ley – Matriarchale Sagen und Plätze am Rhein von der Schweiz bis Holland“ – „Der Schoß der Dreifachen Göttin im Schwarzwald – Kultorte und Kultlinien im Dreisamtal bei Freiburg“ und noch viel mehr Erhellendes.









  2. Cover Frauenbewegung Schweiz seit 1968Frauenbewegung – Die Schweiz seit 1968 – Analysen, Dokumente, Archive. Baden/Schweiz 2014. Hg. Kristina Schulz, Leena Schmitter, Sarah Kiani. 236 S., 44,00€
    „Die Aktivistinnen der Frauenbewegung kämpften gleichzeitig gegen die kapitalistische und die männlich dominierte Gesellschaft. Das Forschungsprojekt bietet erstmals Einblick in die Mobilisierung,die Aktionsformen und die Kontroversen im feministischen Milieu seit 1968.“ (Aus der Rückseite) Mit einer ansprechenden Übersicht zu Quellenbeständen.






  3. Cover Ilka Wonschik Künstlerinnen in Theresienstadt„Es war wohl ein anderer Stern, auf dem wir lebten…“  Künstlerinnen in Theresienstadt. Erforscht von Ilka Wonschik. 216 S. mit vielen farbig. Abb., 24,90€  „In diesem Buch werden zwölf Künstlerinnen vorgestellt. Die Rekonstruktion ihres Lebens soll zeigen, was für außergewöhnliche Malerinnen sie waren und welch couragiertes Leben sie einst zu führen gewagt haben“. Aus dem Text der Rückseite.







     
  4. 40 plus Zwei – Vier Jahrzehnte Lesbentreffen an Pfingsten. Ein Film von  Kathrin Schultz und Steffi Wiegand als DVD. Mit Interviews von mehr als 40 Zeitzeuginnen. Infos dazu über: www.startnext.de/vier-jahrzehnte-lft und www.lesbenfruehling.de
     
  5. Cover Maß und Tippelskirch - Faltenwürfe der GeschichteFaltenwürfe der Geschichte – Entdecken, entziffern, erzählen. Sandra Maß und Xenia von Tippelskirch (Hg.), Frankfurt 2014, mit 33 Beiträgen, 518 S., 56,00€. „Nicht bevor die Frauen einen direkten Einfluss auf die Regierungen ausüben können, nicht bevor in den Parlamenten die Stimme der Frauen mit derjenigen der Männer zusammengehört wird, werden wir die Macht haben, eine Wiederholung solcher Katastrophen (wie den Krieg) zu vermeiden“. Internationales Frauenkomitee für dauerhaften Frieden, Internationaler Frauenkongress in Haag vom 21. April bis 1. Mai 1915, zitiert im Beitrag von Ute Gerhard „Im Schnittpunkt von Recht und Gewalt“ S. 428.





Unsere Bitte um Spenden im Backofenrot des Winterhimmels       
Die Förderung der Publikation von Forschungsergebnissen, die Unterstützung von vielfältigen feministischen Projekten der Frauen – und Mädchenarbeit beruht überwiegend auf die Spendenbereitschaft der Personen im Postverteiler. Das finden wir großartig. Bitte weiter soJ
Frauenforschung – Wir freuen uns über jede Spende und hoffen, dass sich auch Leserinnen und Leser angesprochen fühlen.
Bei Überweisungen auf das Konto des Fördervereins Gerda-Weiler-Stiftung gilt auch schon der IBAN (Int. Bank Account Number) der SPARKASSE ULM.
IBAN: DE 70  6305  0000  00036454  24     Bic.:  SOLADES1ULM
Das geht noch: Kontonummer und Bankleitzahl: 3 645 424 ; BLZ  630 500 00
Förderverein Gerda-Weiler-Stiftung e.V.  Bitte Namen und Ort nicht vergessen. Danke.

„Stellen Sie alles in Frage, was andere Ihnen erzählen (auch ich), betrachten Sie religiöse, ideologische, gesellschaftliche, wissenschaftliche, politische Dogmen und Mythen mit anderen Augen, schauen Sie dahinter – und Sie werden vielleicht den Boden unter den Füßen verlieren, aber viel Neues entdecken, das in Wahrheit oft uralt und Teil Ihrer und meiner Vergangenheit ist. Und vor allem: Sie werden erkennen, wie wundervoll es sein kann, eigene Gedanken zu haben“. Irene Fleiss, Wien – Rüsselsheim 2007 


Zu 3. Heilige Weibsbilder – Bethel in der NS-Zeit - Die Blaue Reiterin – Von Isis bis Ursula - STOP SEXKAUF – Wendepunkte – Die Wilde Frau - Frau Holle Fest. Bücher, Ausstellungen, Führung, Kongress, Mathilde, Singen,  Bonn, Köln, Wiesbaden, München und Nordschwarzwald.

  1. Heilige Weibsbilder – gelehrt, eigenwillig, streitbar. Erni Kutter mit Fotos von Ida Prinoth, Bozen 2014, 207 S. mit vielen Farbb., 24,90€. „In den Mythen und Sagen Europas fällt der der hohe Rang weiblicher Symbolgestalten ebenso auf wie ihre vorchristliche Herkunft. Der Einfluss Wilder Weiber und wirkmächtiger Göttinnen auf das Bild und den Kult heiliger Frauen ist unübersehbar“. Aus dem Vorwort von Erni Kutter.  
  2. Bethel in der NS-Zeit. Die verschwiegene Geschichte. Barbara Degen, Bad Homburg 2014, 367 S., 24,80€.  „Für mich wurde die Forschung zu einer Zerreißprobe. Bis heute kann ich die beiden Seiten von Bethel, Liebe, Fürsorge für die PatientInnen und Widerstand auf der einen, Tötungen auf der anderen nur schwer miteinander in Einklang bringen“. Barbara Degen referierte auf unserer Tagung zum Thema CARE in Hamburg 2013.  
  3. „Gabriele Münter – Die Blaue Reiterin und ihr Freundeskreis“, Ausstellung und Femmage für die Pionierin des Expressionismus im frauenmuseum Bonn vom 14. Dez. 2014 bis 8. März 2015. Im Krausfeld 10, Tel.: 0228/691344, www.frauenmuseum.de
  4. Von Isis bis Ursula – Göttinnen und weibliche Heilige. Führung vom Kölner Frauengeschichtsverein am Sa 7. Febr. 2015., 15 Uhr, Kirche St. Ursula. Tel.: 0221-248265, frauengeschichtsverein.de   
  5. STOP SEXKAUF – Int. Kongress zum Abbau der Prostitution fand vom 5. – 7. Dez. München statt. Es kamen gut 250 TeilnehmerInnen. Ergebnisse bei Kofra e.V., Baaderst. 30, www.kofra.de  und Dr. Anita Heiliger, heiliger@mnet-online.de  
  6. Aus der Rolle fallen - Die Wilde Frau – Malerei von Luisa Francia. Ausstellung bis zum 12. April 2015 Frauenmuseum Wiesbaden, Wörthstr. 5, Tel.:0611/308 17 63, www.frauenmuseum-wiesbaden.de
  7. Wendepunkte … und alles wird anders! Das Frauenmagazin MATHILDE aus Darm-stadt bezieht wieder Stellung. Sehr bereichernd. Heft 133, Ausgabe Nov./Dez. für 2,80€ www.mathilde-frauenzeitung.de Kontakt 06151/53 79 37
  8. Frau Holle Fest – zu Ehren der Göttin Holle/Venus/Hel/Gode vom 3. – 5. Jan. 2015  
    www.polythea.com Organisation:: Mechthild Schmitt und Vera Zingsem. Infos und Anmeldung bei Mechthild Schmitt, Tel.: 07071/9208377, mechthild.s.schmitt@gmx.de

 

Zu 4. Wir gratulieren: Marianne Pitzen, Alexandra Goy, dem frauen museum wiesbaden, Birgit Sommer zusammen mit dem Labyrinthverein Euskirchen

  1. Marianne Pitzen. Die Stiftung Aufmüpfige Frauen in Dortmund zeichnete Marianne am 10. Okt. 2014 als Aufmüpfige Frau 2014 aus. Die Preisträgerin gilt als eine Meisterin der Vernetzung von Künstlerinnen und verbindet als Feministin Kunst und Politik.
  2. Alexandra Goy. Feministin und Strafrechtlerin. Sie wurde am 28. Okt. 2014 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die bemerkenswerte Laudatio hielt Halina Bendkowski und wurde von Luise Pusch auf Fembio publiziert. Danke. Mit freundlicher Erlaubnis von Halina Bendkowski und Luise F. Pusch www.fembio.org.
    Die Laudatio hier als PDF-Datei.
  3. 30 Jahre frauen museum wiesbaden. Seit dem 7. Nov. wird im Frauenmuseum gefeiert. Und die Frauen wollen weitermachen. Versprochen! Danke nach Wiesbaden. www.frauenmuseum-wiesbaden.de
  4. Birgit Sommer – MACHT DER DREI zu Ehren der Matronen. Die kommunikative Kunstinstallation wurde am 15. Nov. in Nettersheim der Öffentlichkeit geschenkt. Marianne Pitzen, Schöpferin des Matronen – Parlaments, führte ins Werk ein.
    Der Labyrinthverein Euskirchen, der das Projekt mit trägt, dankt auch ganz herzlich den SpenderInnen aus dem Postverteiler der Gerda-Weiler-Stiftung. www.unser-labyrinth.de
    www.macht-der-drei-birgitsommer.de

    Birgit Sommer – MACHT DER DREI zu Ehren der Matronen

Ich freue mich über und danke für spannende Hinweise, Lob und freundliche Kritiken.

Ich wünsche allen eine anheimelnde dunkle Zeit, eine schöne Adventszeit und fröhliche Tage in der Zeit der Wintersonnenwende mit Weihnachten (Nacht der Mütter) und ein gutes Neues Jahr 2015. 

Gudrun Nositschka

Rundbrief Dezember 2014 (pdf)

Gudrun Nositschka


Macht der DREI Kunstwerk Birgit Sommer