"Sprache entstand, um arterhaltende soziale Bindungen herzustellen. Sie diente dazu, soziale Intelligenz zu fördern und die Überlebensmöglichkeiten der Spezies Mensch zu verbessern".
Gerda Weiler in: Der aufrechte Gang der Menschenfrau, 1994
Gerda-Weiler-Stiftung e.V. für feministische Frauenforschung

Rundbrief Nr. 03/November 2017
des Fördervereins Gerda-Weiler-Stiftung e.V., 53894 Mechernich

Gudrun Nositschka, Vorsitzende, Email: gudno(at)web.de, Tel.: 02256/7286

„Ich glaube, Margaret Atwoods Werk zeigt besonders gut, wie Literatur sein muss, um auch eine politische Wirkung zu entfalten. Es zeigt, wie politische und gesellschaftliche Analysen Eingang finden, ohne die Literatur zu verbiegen oder zu beschweren…Damit weitet sich dann automatisch das immer ein wenig herablassend sog. ‚Frauenthema’ auf die Fragen von Macht und Ohnmacht…“
Aus der Laudatio von Eva Menasse am 15. Okt. 2017 zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Margaret Atwood.

Sonntag, den 19. November 2017 (noch beim Schwarzmond)

Guten Tag und Holla - Hallo,
liebe Mitfrauen, Förderinnen und Förderer sowie Sympathieträgerinnen,
ein herzliches Willkommen zum 3. Informationsbrief im Jahr 2017  

Was Sie/ihr in diesem Brief vorfinden/vorfindet:

  1. Rückblick auf unsere Tagung „Das Patriarchat hinter sich lassen“ in Berlin vom 29. Sept. – 1. Okt. mit Ergebnisse Wahlen sowie Dokumentation der Tagung
  2. „Paradox Blindheit“Zwei Forschungsarbeiten und mehr, gefördert von der Gerda- Weiler- Stiftung dank eurer/Ihrer Spenden.      
  3. Unsere Bitte um Spenden im Blättergelb des Spätherbstes  

  4. Goldene Äpfel der Hesperiden – Kreatives Potential – Wandel – Feministische  Avantgarde – Zugedeckelt oder Abgedeckelt – Judith–Dalila–Salome -  Frau Holle Fest - Geschichten über die Geburt - Clownin – Freundinnen   
    Ausstellungen, Führungen, Begegnungen, Seminare in Bad Oldesloe, Bonn, Charlotteberg, Hittisau/Österreich, Hübingen/Westerwald, Karlsruhe, Köln, München und Zülpich   
  5. Selbstliebe – Selbstfürsorge:  Auf dem Weg zu mir
  6. Das Wunderbare Vermächtnis Der Steinzeit – Nachrichten aus dem Patriarchat – Margaret Atwood - Bücher auf meinem Tisch
  7. Glückwünsche:
    „Anecken bis es Rund Läuft“ – 25. Jahre Frauenpolitischer Rat Brandenburg
    SOLWODI – 30 Jahre Solidarität mit Frauen in Not in Deutschland
  8. Gedenken an:
    Ursula Knecht vom Labyrinth Zürich und Hannelore Fuchs, Montag-Club Bonn.    
     

 

‚Faustkeile sind keine Jagd – und keine Kriegswaffen’.  „In den >Faustkeilen< sind die weiblichen Symbole des Vulva-Dreiecks und des Runden, des schwangeren Leibes und des Kosmos (Kreis, Kugel, Kern, Ring, Mittelpunkt) künstlerisch vollendet vereint: das Unendliche, der Kosmos und die ewige Wiedergeburt aus der Frau.“
Doris Wolf,  2017. S. 111    

 

Zu 1.
Rückblick auf unsere Tagung „Das Patriarchat hinter sich lassen“ in Berlin vom 
29. Sept. – 1. Okt. mit Ergebnisse Wahlen sowie Dokumentation der Tagung
Es war kein einfaches Thema, das wir uns erwählt hatten. Voller Spannung und auch
Anspannung.
Die Beiträge der Referentinnen Simone Wörer, Frigga Haug, Li Shalima und Anja
Flach sowie die Imputs der beiden Wirkshops gibt es in unserer Tagungs-
Dokumentation.

Unser Vorstand besteht jetzt aus den Mitfrauen: Meike Penkwitt, Siegrun Laurent,
Edith Hellenbrand-Neumann, Ursula Breitbach und Gudrun Nositschka.  
Wir danken den Frauen, die nicht mehr zur Wahl standen, für ihr oft langjähriges
Mitwirken:
Christa Mulack, Ulla Schmid-Scholz, Annette Rath-Beckmann und Stefanie Osthof.

Für die Jahresversammlung 2018 mit dem Besonderen Vortag wurde als Ort Mainz
empfohlen. Auf dieser Jahresversammlung soll auch wieder eine Frau mit dem Marga-
Mayer-Gedenkpreis ausgezeichnet werden. (Ergebnis: Siehe Rundbrief 1/2018)


Zu 2.
„Paradox Blindheit“zwei Forschungsarbeiten und mehr gefördert von der
Gerda- Weiler- Stiftung dank eurer/Ihrer Spenden

  1. Cover Paradox Blindheit

    Paradox Blindheit – Inszenierungen des Sehverlusts in Literatur, Theater und bildender Kunst der Gegenwart von Astrid Hackel, Neofelis Verlag, Berlin 2017,  319 S., 28,00€. „Die Präsenz weiblicher Allegorien ist also eher ein Indikator für die reziproke Unterrepräsentation von Frauen in gesellschaftlichen Handlungszusammenhängen, wie auch blinde Allegorien, etwa Justitia oder Fortuna, zeigen“. S. 15

     






           
  2. Cover Kunst und GenderKUNST UND GENDER – Zur Bedeutung von Geschlecht für die Einnahme von Spitzenpositionen im Kunstfeldvon Katrin Hassler, Transcript Verlag, Bielefeld, 2017, 307 S., 37,99€. „Da wir, Männer wie Frauen, Teil des Gegenstandbereiches sind, den wir zu erfassen suchen, haben wir in Form unbewußter Wahrnehmungs- und Bewertungsschemata die historischen Strukturen der männlichen Ordnung verinnerlicht. Wir laufen daher Gefahr, dass wir zur Erklärung der männlichen Herrschaft auf Denkweisen zurückgreifen, die selbst Produkt dieser Herrschaft sind“. Zitat Pierre Bourdieu, S. 77







  3. Cover Weisse SchattenWeiße Schatten – Wege durch die verlassene Papierfabrik Wolfswinkel  - Ein Projekt von Endmoräne – Künstlerinnen aus Brandenburg und Berlin e.V. ww.endmoraene.de
    Förderung der Begleitbroschüre zur Ausstellung im Sommer 2017










  4. Femmage an Gisela Elsner – Text-Bild-Konstellationen Juli – Oktober 2017 durch die Internationale Gisela Elsner Gesellschaft, Sulzbach. Förderung der Flyer.  

Unsere Bitte um Spenden im Blättergelb des Spätherbstes ☺ 
Nur dank eurer/Ihrer Spenden wird feministische/matriarchale Frauenforschung sichtbar.

 

Zu 3.
Goldene Äpfel der Hesperiden – Kreatives Potential – Wandel – Feministische  Avantgarde – Zugedeckelt oder Abgedeckelt – Judith–Dalila–Salome -  Frau Holle Fest -
Geschichten über die Geburt - Clownin – Freundinnen  
Ausstellungen, Führungen, Begegnungen, Seminare in Bad Oldesloe, Bonn, Charlotteberg, Hittisau/Österreich, Hübingen/Westerwald, Karlsruhe, Köln, München und Zülpich 

  1. Goldene Äpfel der Hesperiden. Eine Ausstellung des Frauenmuseums Wiesbaden ab 12. Nov. 2017. „Neugier, Offenheit und Denkvermögen werden belohnt. Erkenntnisse und Emotionen lauern überall“. Geöffnet: Mi. Do. 12- 17 Uhr, Sa. So. 12 – 17 Uhr. Vom 16. Dez. – 14. Januar 2018 wg. Winterumbau geschlossen. Wörthstr. 5, 65185 Wiesbaden, Tel.: 0611 – 308 17 63, www.frauenmuseum-wiesbaden.de  

  2. „Zugedeckelt oder Abgedeckelt, Steine, Seepferdchen und mehr“ – Nein zu Gewalt an Frauen, Ausstellung der Hamburger Künstlerin Re.Becca bis zum 11. Januar 2018 im Bella Donna Haus, 23843 Bad Oldesloe, Bahnhofstr. 12. Tel.: 04531 – 891 837 sowie 04531/86772 (Frauen helfen Frauen Stormann e.V.) www.bella-donna-haus.de
  3. Freundinnen – von romantischen Salons zu Netzwerken von heute – Ausstellung vom 18. Febr. bis 25. Sept. 2018 im Frauenmuseum Bonn, Im Krausfeld 10, www.frauenmuseum.de , Tel.: 0228 – 69 13 44, geöffnet Di -Sa 14 - 18 Uhr,
    So 11 - 18 Uhr.   

  4. Tief im Kessel wohnt der Wandel … mit rituellen Kreistänzen vom 9. Dez. (10.30) bis 10. Dez. (15 Uhr) in  München. Anmeldung: Ziriah Voigt. Tel.: 02484 – 918581, Mail: post@ziriah.de;  www.ziriah.de      

  5. Kraft und Widerstand als kreatives Potential, Seminar vom 1. – 3. Dez. 2017 im Frauenbildungshaus Zülpich. Referentin: Nicole Hartmann, Tel.: 02252 – 6577 von 10 bis 13.30h Mo - So),  www.frauenbildungshaus-zuelpich.de, Prälat-Franken-Str. 22, 53909 Zülpich-Lövenich.

  6. Judith, Dalila und Salome – Verführerin, Verräterin, Rächerin – im Wallraf-Richartz-Museum, Obenmarspforten am Kölner Rathaus, 5 Min. zu Fuß vom Hbf./Dom, geführt vom Kölner Frauengeschichtsverein, Tel.: 0221 – 24 82 65, www.frauengeschichtsverein.de  Do. den 7. Dezember. Treffen: 18 Uhr Kasse.

  7. CLOWNIN – Scheitere und sei glücklich. Seminar mit Karla Katja Leinen im Frauen- bildungshaus 56379 Charlottenberg vom 15. bis 17. Dez. Kosten 260€ inkl. Ü&V. Infos und Anmeldung: Tel.: 06439/7531

  8. „Feministische Avantgarde der 1970 Er-Jahre“ – über 400 Kunstwerke aus der Sammlung VERBUND/Wien bis zum 8. April 2018 im ZKM Hallen I und II, Lorenzstr. 19,
    76135 Karlsruhe. Geöffnet Mi – Fr. 10 – 18 Uhr, Sa. So. 11 – 18 Uhr. Siegrun Laurent von der ALMA MATER Akademie bietet ab 13 Frauen Führungen an. Kontakt: 0721 – 79 18 872 oder Handi: 0175 177 1513, Mail: almamaterakademie@yahoo.de

  9. Frau Holle Fest – mit Göttinnen-Kraft ins Neue Jahr eintreten. PolyThea e.V. lädt ein zum 5. – bis 7. Januar 2018 ab 17 Uhr ins Familienferiendorf Hübingen/Westerwald. ReferentInnen: Vera Zingsem, Lydia Burghart (Keltische Harfe), Gaby Fischer (Flachsforscherin) Sieglinde Müssig-Jarnicki (Sängerin) Manfred Quada (sibirische Schamanentrommel) u. Andrea Senftl (Luna Yoga Lehrerin). Infos und Anmeldung bei:
    Vera Zingsem, 07071/ 83981 verazingsem@gmx.de 

  10. Geschichten über die Geburt – Erzählcafe mit Brigitta Soraperra, Theaterregis- seurin. Ort: Frauenmuseum Hittisau am Sa. 17 März 2018, 14 – 17 Uhr, Platz 501, A – 6952 Hittisau/ Vorarlberg, www.frauemmuseum.at  

Zu 4.
Selbstliebe – Selbstfürsorge
:  Auf dem Weg zu mir
Dieses und noch viel mehr zu lesen in der aktuellen MATHILDE, das nicht kommerzielle Frauenmagazin aus Darmstadt, Heft 151, Ausgabe Nov./Dez. 2017 für nur 2,80€, Tel.: 06151/5995741, www.mathilde-frauenzeitung.de  Dringend: MATHILDE sucht neue Aktive.

 

Zu 5.
Das Wunderbare Vermächtnis Der Steinzeit – Nachrichten aus dem Patriarchat – Margaret Atwood -
Bücher auf meinem Tisch

  1. Cover Kunst und Gender„Das wunderbare Vermächtnis der Steinzeit und was daraus geworden ist …von 
    Doris Wolf, 2017, 332 S., mit zahlreichen Abb., im Handel erhältlich für 34,90€. „Die urgeschichtliche Kultur könnte in vielen Belangen ein Wegweiser in eine bessere Zukunft sein“. Doris Wolf, Buchrückseite. „Höhle und Mutterleib sind Orte der Geborgenheit und gelten als Sinnbild der kosmischen Dimension der Göttin und ihrer umfassenden Kraft“. Gerda Weiler, zitiert auf S. 17 beim Thema Höhlen




  2. Cover Kunst und GenderNachrichten aus dem Patriarchat Hg. Frigga Haug, Hamburg 2005, 167 S., 9,90€
    „Aus der Lähmung altpatriarchaler Verfügung und Unterdrückung gilt es jetzt aufzuwachen und mit Spott und Gelächter die Anmaßung wieder und wieder vorzuführen. Nutzen wir Humor als Waffe, Zorn als Tugend“. Frigga Haug, Seite 4. Mit 72 Beiträgen von 14 Frauen. Entdeckt auf unserer Tagung 2017 in Berlin.








  3. Cover Friedenspreis des Deutschen Buchhandels - Margaret AtwoodMargaret Atwood – Ansprachen aus Anlass der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Paulskirche Frankfurt am 15. Oktober 2017 (deutsch/engl.) u. a. mit der Laudatio von Eva Menasse und der Dankesrede der Preisträgerin. Margarete Atwood ist seit 1950 erst die 11. Preisträgerin. Erschienen Frankfurt, 96 S., 14,50€.












         

Zu 6.
Glückwünsche:

  1. 25. Jahre Frauenpolitischer Rat    Brandenburg
    „Anecken bis es Rund Läuft“ –
    Politik Mit & Für Frauen- ein Netzwerk von Frauen, die etwas in Politik und Gesellschaft im Land Brandenburg bewegen wollen.
  2. 30 Jahre Solidarität mit Frauen in Not in Deutschland
    SOLWODI Deutschland –
    kämpft für Frauenrechte und Frauenwürde. Eine der zahlreichen Forderungen an die Politik in Deutschland: Generelles Sexkaufverbot. Dokumentation ihrer Arbeit auf 116 S. erhältlich für 14,90€.

„Werft die Scheuklappen/Geistesbandagen ab. Greift nach den Sternen!“
(Mary Daly, 1928 - 2010)

Zu 7.
Gedenken an:
Ursula Knecht vom Labyrinth Zürich und Hannelore Fuchs, Mitbegründerin des Montag-Clubs Bonn.
Ich danke beiden Frauen für ihr Geschick und ihre Beharrlichkeit, mit ihrem Wirken im Labyrinth Zürich und im Montag-Club in Bonn neue Perspektiven auf uns selbst, auf gesellschaftliche Zustände und Chancen einer Veränderung eröffnet zu haben. Ich zitiere von der Gedenkfeier für Ursula, in der Rosmarie Schmid Gedanken der Verstorbenen aus ihrem roten Büchlein vorträgt: „ Wir sind aus dem Dunkel des Mutterschosses durch die Geburt als Überraschung ans Licht der Welt gekommen, und wir behalten ein Leben lang die Fähigkeit, für uns selber und andere immer wieder zum Wunder und zur Überraschung zu werden… Wir haben als Geborene die Fähigkeit, immer wieder neu anzufangen. Das erlöst uns von der Angst, dass alles so bleiben muss wie es ist, und es schenkt uns die Hoffnung, dass sich etwas verändern kann. (oder verändern soll…)    

 

„Offensichtlich sind es die weiblich geprägten Frühkulturen, die ein Höchstmaß an Kreativität zur Bildung sinnhaltiger Symbole entwickelten. Ohne dieses Erbe besäßen wir nur einen Bruchteil unserer ornamentalen und architektonischen Formen, unserer mythischen Bilder, Sakramente und Feste“. Carola Meier-Seethaler < Von der göttlichen Löwin zum Wahrzeichen männlicher Macht: Ursprung und Wandel großer Symbole>, 1993, S. 12, zitiert bei Doris Wolf, 2017, S. 126.
                         
Ich wünsche euch/Ihnen schöne Tage in der dunklen Zeit, fröhliche Festtage bei der Winter-sonnenwende und Weihnachten sowie ein Gutes Neues Jahr.            
                          

Herzliche Grüße                         Gudrun Nositschka

 

Rundbrief November 2017 (pdf)

 

Blättergelb des Herbstes